Tag: Solarbashing

Transparenz, EEG und die Ananas des Herrn Großmann

WILLENBACHERS WOCHE, Samstag, 04. Februar 2012

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Neuinstallation von Solaranlagen deckeln: Es sollen lediglich Anlagen mit einer Leistung von 1.000 Megawatt jährlich noch über den Einspeisetarif gefördert werden. Vom Förderer zum Bremser: Es scheint, als verkehre sich das Erneuerbare Energien-Gesetz bei der Sonnenkraft in sein Gegenteil. Brauchen wir eine Alternative? Falls ja: welche?

Nein, wir brauchen keine Alternative, aber natürlich müssen wir auch Gesetze wie das EEG kontinuierlich weiterentwickeln. Was aber dank Herrn Rösler gegenwärtig unter dem Schlagwort „Solarbashing“ durch Deutschland geistert, ist eine Mischung aus Neid, Unwissenheit und politischem Kalkül. Nicht die bundesdeutsche Solarförderung wird den Stromkunden in Zukunft belasten, sondern die weiter steigenden Kosten für fossile Energieträger.

 

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Ist Solarstrom überfördert? Nein!

Der Streit der Woche ist, jedenfalls wenn es nach der Tageszeitung taz geht, die Solarstromförderung: “Ist Solarstrom überfördert? Im vergangenen Jahr sind extrem viele Fotovoltaik-Anlagen gebaut worden. Zu viele, sagen Kritiker – und wollen die Förderung kürzen,” heißt es dort und jeder Leser ist aufgefordert, an der Diskussion teilzunehmen. Meine Antwort darauf ist klar: Nein!

Es ist eine Mischung aus Neid, Unwissenheit und politischem Kalkül was da derzeit unter dem Schlagwort „Solarbashing“ durch die deutsche Medienlandschaft geistert. Die Wahrheit sieht dagegen ganz anders aus: Solarenergie wird in absehbarer Zukunft die weltweit wichtigste Art der Energieerzeugung sein. Sie ist für jeden Menschen auf unserer Erde anwendbar. Von großen Freiflächen-Kraftwerken im Herzen Europas bis zur kleinen PV-Anlage auf dem Dach einer afrikanischen Schule. Dank eines enormen technischen Fortschritts wird Sonnenstrom immer preiswerter. Ich habe vor zehn Jahren stolze 7500 Euro für meine erste Solaranlage bezahlt. Heute kostet sie nur noch ein Fünftel davon. Dieser Entwicklungssprung war nur möglich, weil kluge und weitsichtige Politiker die Förderung dieser Energieform mit Hilfe des EEG beschlossen haben. Es wäre deshalb kurzsichtig, ja fatal diesen dynamischen Prozess jetzt abrupt zu stoppen. Zumal der Stromkunde nur marginal entlastet würde, da alle bisher getätigten Investitionen Bestandsschutz genießen.  Gerade mal sieben Euro pro Monat kostet den Durchschnittshaushalt der Sonnenstrom . Das sind zwei Latte Macchiato im Pappbecher. Bei weiter gefördertem Zubau kämen ein paar Cent dazu – der Preis eines Extra-Schuss Vanille-Sirup. Das sollte uns eine lebenswerte Zukunft doch wohl wert sein…