Tag: Matthias Willenbacher

Transparenz, EEG und die Ananas des Herrn Großmann

WILLENBACHERS WOCHE, Samstag, 04. Februar 2012

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Neuinstallation von Solaranlagen deckeln: Es sollen lediglich Anlagen mit einer Leistung von 1.000 Megawatt jährlich noch über den Einspeisetarif gefördert werden. Vom Förderer zum Bremser: Es scheint, als verkehre sich das Erneuerbare Energien-Gesetz bei der Sonnenkraft in sein Gegenteil. Brauchen wir eine Alternative? Falls ja: welche?

Nein, wir brauchen keine Alternative, aber natürlich müssen wir auch Gesetze wie das EEG kontinuierlich weiterentwickeln. Was aber dank Herrn Rösler gegenwärtig unter dem Schlagwort „Solarbashing“ durch Deutschland geistert, ist eine Mischung aus Neid, Unwissenheit und politischem Kalkül. Nicht die bundesdeutsche Solarförderung wird den Stromkunden in Zukunft belasten, sondern die weiter steigenden Kosten für fossile Energieträger.

 

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In Krakau trägt man nun juwischick

Letzten Freitag blickte die Modewelt nach Polen. Wenn Stardesignerin Marie-Luise auch in klassischem noir erstrahlte, dominierte Fuchsia ansonsten den Laufsteg unseres neuen Büros in Krakau. Ein inzwischen weltweiter Trend, denke ich an unsere mehr als 15 weltweiten Flagshipstores.

Ist Solarstrom überfördert? Nein!

Der Streit der Woche ist, jedenfalls wenn es nach der Tageszeitung taz geht, die Solarstromförderung: “Ist Solarstrom überfördert? Im vergangenen Jahr sind extrem viele Fotovoltaik-Anlagen gebaut worden. Zu viele, sagen Kritiker – und wollen die Förderung kürzen,” heißt es dort und jeder Leser ist aufgefordert, an der Diskussion teilzunehmen. Meine Antwort darauf ist klar: Nein!

Es ist eine Mischung aus Neid, Unwissenheit und politischem Kalkül was da derzeit unter dem Schlagwort „Solarbashing“ durch die deutsche Medienlandschaft geistert. Die Wahrheit sieht dagegen ganz anders aus: Solarenergie wird in absehbarer Zukunft die weltweit wichtigste Art der Energieerzeugung sein. Sie ist für jeden Menschen auf unserer Erde anwendbar. Von großen Freiflächen-Kraftwerken im Herzen Europas bis zur kleinen PV-Anlage auf dem Dach einer afrikanischen Schule. Dank eines enormen technischen Fortschritts wird Sonnenstrom immer preiswerter. Ich habe vor zehn Jahren stolze 7500 Euro für meine erste Solaranlage bezahlt. Heute kostet sie nur noch ein Fünftel davon. Dieser Entwicklungssprung war nur möglich, weil kluge und weitsichtige Politiker die Förderung dieser Energieform mit Hilfe des EEG beschlossen haben. Es wäre deshalb kurzsichtig, ja fatal diesen dynamischen Prozess jetzt abrupt zu stoppen. Zumal der Stromkunde nur marginal entlastet würde, da alle bisher getätigten Investitionen Bestandsschutz genießen.  Gerade mal sieben Euro pro Monat kostet den Durchschnittshaushalt der Sonnenstrom . Das sind zwei Latte Macchiato im Pappbecher. Bei weiter gefördertem Zubau kämen ein paar Cent dazu – der Preis eines Extra-Schuss Vanille-Sirup. Das sollte uns eine lebenswerte Zukunft doch wohl wert sein…

Auf ein Neues

2011 war in vielerlei Hinsicht ein sehr turbulentes Jahr. In vielen arabischen Ländern trieb der Wunsch nach mehr Demokratie die Menschen auf die Straßen. In einigen Ländern scheint der Weg für mehr Freiheit und Mitbestimmung frei zu sein. In Syrien und anderen Ländern ist der Weg wohl noch weit.

Ähnlich kompliziert ist die Lage auch im Energiebereich. Noch wird der Markt von wenigen Teilnehmern beherrscht. Unsere Erde und auch viele Menschen vor allem in den Regionen, wo die Rohstoffe vorkommen, werden ausgebeutet und wenige Konzerne oder „Ölbarone“ stopfen sich die Taschen voll. Ähnlich ist das auch im Bereich Atomkraft zu beobachten. Riesengewinne werden in den Konzernen vereinnahmt. Die Verluste und vor allem die Risiken tragen alle.

So musste auch erst eine Katastrophe in Japan mit dem Super-Gau in Fukushima passieren, um in Deutschland die konservative Politik zum Umkehren zu bewegen. Nachdem die schwarz-gelbe Koalition den Atomausstieg wieder rückgängig gemacht hatte, musste sie aufgrund des Drucks vor wichtigen Wahlen erneut den Ausstieg beschließen – diesmal mit dem großen Rückhalt einer großen Mehrheit im Bundestag.

Allerdings erkennen das einige Konzerntreue oder Ewiggestrige immer noch nicht an. Sie versuchen weiter die Erneuerbaren zu behindern, wo es nur geht. So werden beispielsweise nahezu alle mittleren und größeren Stromabnehmer zukünftig von den Kosten der Erneuerbaren befreit. Die EEG-Umlage muss dann von allen kleinen Stromverbrauchern wie den Haushalten getragen werden. Wenn sich aber weniger Verbraucher beteiligen, müssen die Verbliebenen deutlich mehr bezahlen. Die kräftige Steigerung der Umlage wollen Brüderle und Co. nun dazu nutzten, um die EEG-Förderung von Solarstromanlagen so zu verändern, dass keine neuen Anlagen in Deutschland mehr gebaut werden könnten.

Die Energiewende ist aber bei den Menschen und den kommunalen Politikern zum Glück schon viel weiter angekommen, als diese Politiker glauben. So erreichen uns täglich viele Anfragen von Bürgermeistern, wie wir sie auf dem Weg zu einer nachhaltigen Versorgung durch 100 Prozent erneuerbarer Energie begleiten können. Das Thema „regionale Wertschöpfung“ spielt dabei die zentrale Rolle.

Da die beiden kostenlosen Ressourcen wie Wind und Sonne überall, aber gerade im ländlichen Raum genutzt werden können, wird die schnelle Energiewende wie auch der Umsturz in den arabischen Ländern von unten getragen.

Ich wünsche uns allen für das Jahr 2012 eine weitere Beschleunigung in Sachen Demokratisierung und viele gute Schritte hin zu 100 Prozent Erneuerbar.

Gemeinsam schaffen wir das!

Sonnige Grüße, bleibt gesund und munter,

Euer Matthias

Besuch in Indien

Anfang November habe ich Indien besucht: sowohl meine indischen Kollegen in Bengaluru, als auch die Messe Solarcon in Hyderabad.

Kürzlich beim SWR

Worüber im Großen noch diskutiert wird, ist im “kleinen” Rheinland-Pfalz  schon längst Realität. Letzte Woche war ich zur SWR Landesschau eingeladen und durfte von juwi und von unserer 100 prozent erneuerbar stiftung erzählen. Bis 2030, haben wir vor ein paar Jahren gesagt, schaffen wir in Rheinland-Pfalz die 100 Prozent. Heute, wissen wir, können wir das schon in elf, zwöf  Jahren schaffen. Das soll uns erst mal jemand nachmachen.

Hier gehts zum kompletten Interview.

Drive hoch zwei und das ganz unterschiedlich

Was haben Opel und Bürostühle gemeinsam? Sie sorgen im besten Falle für Bewegung. Was Opel anbetrifft durfte ich am 11. Oktober die juwi-Strategie zu Elektromobilität darstellen. Bürostühle hingegen können genauso Transportmittel sein – zumindest in unserem Empfangsbereich unserer Vorstandsetage. Aber ausnahmsweise geht es hier rückwärts besser. Na, Hauptsache nicht Stillstehen.

 

Links Karl-Friedrich Stracke, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG und rechts meine Kolleginnen und ich.

Extended Version

Unseres neues Pferd im Stall ist rot, leise und kommt ganz schön rum. Der Opel Ampera war Anfang der Woche in Wörrstadt zu Besuch und sich zum Wiederkommen entschieden. Und wir begrüßen das, weil ein Opel Ampera durch den Extender eine zuverlässige Reichweite für rund 500 Kilometer hat. Und dann ist sogar ein Wackeldackel lässig.

Die Wirtschaftsjunioren brauchen Sie!

Heute beginnt sie, die Bundeskonferenz der Wirtschaftsjunioren in Mainz. Rund 1.000 Unternehmer-Rookies aus aller Welt nehmen an 100 Seminaren teil. Und wir von juwi unterstützen die Buko 2011:

 

Atommülllager, Netzausbau und die bittere Pille Kohlekraft

WILLENBACHERS WOCHE, Samstag, 23. Juli 2011

Eine neue EU-Richtlinie legt Standards für Atommüll-Endlager fest. Können wir also jetzt fröhlich weiter radioaktiven Müll produzieren?

Auf keinen Fall. Natürlich macht es Sinn, die bestehenden Probleme bei der Endlagerung von Atommüll mit vernünftigen Standards einzudämmen. Wir können ja nicht die Augen davor verschließen, dass es bereits heute große Mengen an Atommüll gibt, von denen keiner weiß wohin damit. Aber wir sollten dies auch und vor allem zum Anlass nehmen, auf Bundes- und Europa-Ebene endlich Standards für die Energieversorgung festzulegen. Und diese können nur lauten: umweltschonend, ressourcenschonend, klimaschonend. Dann wäre endlich Schluss mit der Produktion von Atommüll und klimaschädlichen Abgasen.

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