Ich Ju, du Wi

Als sich 1996 das erste Windrad auf dem Hof meiner Eltern drehte, gab es keinen Grund aufzuhören. Aber für die weitere Arbeit waren Windmessdaten unerlässlich. Im März hatte ich den Agrarökonomen Fred Jung kennen gelernt. Fred war im nahegelegenen Ort Kirchheimbolanden auf dem elterlichen Hof in Sachen Windmessungen aktiv.

Vergleichsdaten

Freds Windmessdaten waren zuverlässiger als meine, da er schon ein Jahr lang gemessen hatte, ich dagegen nur einen Monat. Er hatte jedoch keine günstige Netzanschlussmöglichkeit auf dem Hof seiner Eltern. Fred schaute sich meinen Standort sehr genau an.
Wir waren also beide – 15 Kilometer entfernt – unabhängig voneinander gestartet und machten uns nach unserem ersten Treffen schnell gemeinsam auf den Weg.

Wir beschlossen, ein weiteres Windrad zu bauen und gründeten 1996 eine Gesellschaft in Mainz. Fred sagte: „Ich bin Ju und du bist Wi – also: JuWi.“ Damit war der Firmenname geboren.

Es galt nun wieder, finanziell ins Risiko zu gehen. Kein leichter Schritt für uns beide. Wir hatten schlaflose Nächte. Fred ist ein sehr gläubiger Mensch und sucht oft Antworten in der Bibel. Nach solch einer unruhigen Nacht las er den Satz: „Er ist der, der die Berge macht und den Wind schafft!“ Das hat ihn ermutigt.

Juwi-Gruppe

So begann die Erfolgsgeschichte von juwi. 15 Jahre später sind wir immer noch Geschäftspartner und leiten zusammen die juwi-Gruppe. Heute ist juwi weltweit in allen Geschäftsfeldern der Erneuerbaren Energien aktiv: Dazu zählen neben Solar- und Bioenergie auch Wind- und Wasserkraft sowie die Geothermie. Wir setzen aber auch immer wieder neue Ideen in ökologischen Geschäftsfeldern um. Zum Beispiel mit der ersten industriellen Anlage zur Herstellung von „Schwarzer Erde„, ein extrem nährstoffreiches Humussubstrat.

Regionale Wertschöpfung

Uns beide leitet die Vision von der rein regenerativen Energieversorgung. Die Kampagne 100% erneuerbar ist Ausdruck dieser Zielsetzung.
Unsere Philosophie ist ganzheitlich. Wir möchten nicht nur sauberen Strom produzieren, sondern machen uns auch Gedanken über möglichst effiziente Nutzung von Energie. Wir beschäftigen uns mit dem Verkehrssystem der Zukunft in Form von solarer Mobilität. Regionale Wertschöpfung ist uns wichtig. Wir arbeiten im Schwerpunkt mit Kommunen zusammen, die durch den Einsatz Erneuerbarer Energien nicht nur finanziell gewinnen.

Energiekabine

In Wörrstadt haben wir exemplarisch eines der energieeffizientesten Bürogebäude der Welt konzipiert und innerhalb eines halben Jahres von der Firma Griffner Haus errichten lassen. Versorgt wird das Gebäude unter anderem mit einer von juwi entwickelten „Energiekabine“, die mit Holzpellets funktioniert und mit solarthermischer Anlage ausgestattet ist. Ich wollte, dass das Gebäude mehr saubere Energie produziert als es verbraucht. Das haben wir geschafft.

Unser Engagement spiegelt sich aber auch in anderen Bereichen wider. So besteht unsere IT-Infrastruktur zu 99% aus umweltfreundlicher IT von Dell, weil Dell ein Partner ist, der in punkto Energiebilanz den selben Ansatz verfolgt wie wir. Darum habe ich mich auch für eine Dell-Plakat-Kampagne zur Verfügung gestellt.

Für unser unternehmerisches Engagement sind Fred und ich vom Wirtschaftsmagazin Capital zum „Greentech Manager 2009“ und von der Beratungsgesellschaft Ernst&Young zum „Entrepreneur des Jahres 2009“ ernannt worden.