Die Welt verändern

Die Welt verändern – das hört sich vermessen an. Aber es ist genau das, was mich antreibt. Nenn‘ es „fixe Idee“ – für mich ist es längst Realität: 100% Erneuerbare Energie.

Von 2 auf 800

1996 habe ich auf dem Grundstück meiner Eltern mein erstes Windrad gebaut – gegen viele Widerstände. Mit meinem Partner Fred Jung gründete ich kurz darauf juwi. Heute haben wir mehr als 350 Windräder mit 500 Megawatt errichtet. Und Photovoltaik-Anlagen. Und Bioenergie-Anlagen. Aus einem Zwei-Mann-Büro wurde ein Unternehmen mit rund 800 Mitarbeitern. Wir sind heute einer der weltweit führenden Projektentwickler für Wind-, Solar- und Bioenergie-Anlagen.

Aber das reicht mir nicht. Mein Antrieb ist heute derselbe wie damals: Aktiv sein für Umwelt und Klima, Menschen aufklären und überzeugen. Und das begann Mitte Juli 1995 im Krankenhaus.

Keine Bastellösung

Aufgrund eines Sportunfalls musste ich am Knie operiert werden. Im Krankenhaus las ich in einer Tageszeitung einen Artikel über Windräder in der Eifel. Da ist plötzlich was im Kopf passiert. Da traf mich eine Idee, die mich mehr fasziniert hat, als alles andere vorher. Die Erkenntnis, dass alleine mit der Kraft des Windes für viele Menschen Strom produziert werden kann. Noch im Krankenhaus wertete ich Daten aus, kalkulierte Kosten und erkannte sofort: Das ist keine Bastellösung, sondern ein zukunftsfähiges Modell.

Eine Tankfüllung

Ich war immer schon ökologisch interessiert, war ein super Mülltrenner und leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Mit meiner damaligen Freundin auf dem Beifahrersitz entwickelte ich den Ehrgeiz, von Marseille bis Mainz mit einer Tankfüllung zu fahren – mit 90/100 Stundenkilometer schlichen wir über die Autobahn. Das sollte Sprit sparen. Meine Freundin war ziemlich sauer.
Aber dies hier war anders. Hier konnte man mit Ökologie und Technologie ein ganz neues Wirtschafts-, vielleicht sogar Gesellschaftsmodell umsetzen.

In der Eifel

Noch im Krankenhaus erzählte ich jedem davon, fragte herum, knüpfte erste Kontakte zu Menschen, die sich mit Wind und Solar besser auskannten. Ich traf viele, die sich damals schon für Erneuerbare Energie interessierten. Viele hatten gute Ideen. Aber kaum einer hat das so konsequent und vehement umgesetzt wie ich.
Mit meiner Freundin bin ich dann in die Eifel gefahren zu dem Windanlagenbetreiber. Ich war total aufgeregt und motiviert. Ich hörte zum ersten Mal Begriffe wie Flächennutzungsplan, Dienstbarkeit, Netzeinspeisepunkt. Sie schlief während dessen auf dem Sofa ein.